p1
Festabend

GTEV “Edelweiß” Hammerau-Ainring, Ainring, Berchtesgadener Land, Bayern

Hervorragender Festabend
zum Edelweiß-Jubiläum mit vielen Brauchtumsdarbietungen

Den Festabend des Trachtenvereins Edelweiß Hammerau-Ainring zur 90-Jahrfeier besuchten zahlreiche benachbarte Trachtenvereine. Humorvoll, redegewandt, geschickt und einfühlsam reagierend auf so manch unvorhergesehenen Ablauf führte Hansl Auer durch das Programm, wobei ihm mit kleinen Begrüßungs-Mundartverserln die kleine Viktoria Reichenberger hilfreich zur Seite stand.

Der mehrere Stunden dauernde höchst unterhaltsame Reigen im Non-Stop war gespickt mit Vorführungen der Trachtenkinder, Jugendgruppe und Aktiven des Jubiläumsvereins. Auch der „Göd“, Patenverein „D`Schneebergler“ Feldkirchen, erfreute mit einer Vielzahl von Aktiven auf der Bühne, zeigte die Ambosspolka und dem Kronentanz. Im klangvollen Dauereinsatz bei den jeweiligen Brauchtumsdarbietungen war die Musikkapelle Ainring unter Leitung von Mathias Wiesbacher.

Bereits beim „Auftanz“ mit allen jungen und schon etwas älteren Aktiven des Jubiläumsvereins herrschte gleich auf Anhieb eine recht entspannte Atmosphäre, vor allem wenn bei den Zwergerl in ihrer schönen Tracht, schon mal die Richtung auf der Bühne verloren ging. Das Publikum war sichtlich amüsiert, anderseits aber auch angetan und erstaunt über das Top-Können bei den Tänzen und Plattlern, bereits schon im Kindesalter. Die Handschrift von Kindergruppenleiter Hans Auer, der heuer bei den ganz jungen Zugängen von einer „wundersamen Vermehrung“ sprach, macht sich jedenfalls deutlich bemerkbar. Wenn der jüngste Nachwuchs auf spielerische Art den „Hansl tanz mit mir“ oder „Herr Maier kam geflogen“ vorführt, dann herrscht Begeisterung pur.

Bei der Jugendgruppe waren die Ansprüche mit „Birkenstoana Glöcki“, „Laubentanz“, „Mühlradl“ und „Inzeller“ schon anspruchsvoller. Die Aktivengruppe überzeugte ebenso mit Tanz und zackigen Plattlern, darunter einer in Welturaufführung. Weitere Interpreten des Abends waren die Geschwister Wisbacher, der Ainringer Vierg`sang, die Geschwister Bliem, die Vereinsmusi mit einer instrumental unterschiedlich besetzten elfköpfigen Mannschaft. Exzellent wurde die Hammerauer Polka intoniert. Einen Höhepunkt erlebten die Besucher im Festzelt mit dem Sterntanz der Aktivengruppe.

Zwischendurch sprachen Bürgermeister Hans Eschlberger, 2. Gauvorstand Sebastian Gasteiger und Landrat Georg Grabner Grußworte. Eschlberger als Schirmherr der Jubiläumsfeierlichkeiten ergründete etwas näher die Vereinsgeschichte, die am 1. Juni 1922 begann. Die Menschen damals suchten in einer schweren inflationären Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und vor der Weltwirtschaftskrise 1923 Halt in der Gemeinschaft eines Trachtenvereins, in Religion, in Tradition und Brauchtum. So hätten die Gründerväter ideelle Werte geschaffen. Die Treue zur Tracht, Heimat und Brauchtum habe auch die Stürme des nachfolgenden Krieges überdauert. „Ihr seid immer mit einem gesunden Stolz hinter dem gestanden, was man heute als Volkskultur bezeichnet“, betonte der Bürgermeister

2. Gauvorstand Sebastian Gasteiger und Landrat Georg Grabner übermittelten ihr „Vergelt`s Gott für das unermüdliche Eingestehen zur Trachtensache und Treue zum Gauverband, wobei Hansl Auer auch ein privater Jubilar sei, indem er 20 Jahre dem Gauausschuss angehöre und in seinen verantwortlichen Funktionen als Übungsleiter, Liederwart, Musiker weit über die Grenzen des Verbandes und Bayern hinaus bekannt sei.

Georg Grabner betonte, Heimat pflegen, Heimat leben, Tradition bewahren und Zukunft gestalten, seien gerade in der heutigern schnelllebigen Zeit, in der auch persönliche Freiheit oft mit Beliebigkeit vertauscht werde, wichtige Aufgaben, denen sich gerade die Trachtenvereine in besonderer Weise widmen. Seit 90 Jahren würden sich die Mitglieder des GTEV „Edelweiß“ Hammerau-Ainring mit viel Idealismus für die Pflege und den Erhalt von Brauchtum und Traditionen einsetzen. „Mit ihrem Bekenntnis zu unserer Heimat, zu unseren kulturellen Wurzeln und den überlieferten Werten prägen sie maßgeblich das unverwechselbare Erscheinungsbild unserer Heimat“, betonte der Landrat, der seine Rede natürlich in bayerischer Mundart hielt.

Geburtstags-Geschenküberreichungen, verbunden mit Einladungen - die einen in ihre Trachtenhütte, die anderen zum Ausschießen einer Schützenscheibe – gingen vertretungsweise an Festleiter und GTEV-Vorstand Peter Edfelder vom Feldkirchner Patenverein, dem Schneebergler-Trachtenvorstandskollegen Stefan Kern und von Schützenmeister Karl Jesse von der SG Ulrichhögl. Gemeinsam mit seiner Gattin bekam Peter Edfelder von seinem 2. Vorsitzenden Franz Hasenöhrl als Dank für den immensen Einsatz im Dienste und zum Wohle des Vereins, einen wunderschönen Blumenstrauß überreicht.

Am Festabend erfolgte die Verleihung des Kulturpreises der Gemeinde Ainring an den Trachtenverein Edelweiß und die Übergabe von 3.000 Euro aus dem Benefizkonzert an den 1. Vorsitzenden der Lebenshilfe Berchtesgadener Land, Oswald Lerach (wir berichteten vorab). Tosender Applaus war dem Gastgeber im Festzelt beschieden als alle auch die „Ehemaligen“ „Wien bleibt Wien“ plattelten und die Musikkapelle Ainring mit dem Bayerischen Defiliermarsch das Programm offiziell beendete, freilich nicht ohne Dankesworte von Peter Edfelder für Besuch, Glückwünsche und die Ehre, die dem Verein an diesem Abend zuteil geworden sei.

 

P1010145

P1010147

P1010150

P1010157

P1010158

P1010160

P1010162

P1010170