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Gemeindeschnalzen 2007

GTEV “Edelweiß” Hammerau-Ainring, Ainring, Berchtesgadener Land, Bayern

300 Zuschauer beim 34. Gemeindeschnalzen

Passe Ainring IV holte sich den Titel zurück

Vorjahresieger Feldkirchen I diesmal Zweiter – Ainrings Jugend wurde Favoritenrolle gerech.

Mit dem Aperschnalzen sollten nach alten Überlieferungen die guten Geister, also der Frühling und die Sonne, aus dem Winterschlaf geweckt werden. Darüber hatte man nicht nur am Austragungstag des Ainringer Gemeindeschnalzens 2007 bei nach wie vor schneelosen Verhältnissen und Plusgraden so seine Zweifel, denn von einem richtigen Winter konnte ja bislang keine Rede sein. Damit könnten an und für sich die Aperschnalzer sicherlich leben, doch was sie bei Ausführung ihres Brauchtums absolut nicht mögen, ist heftiger Wind, weil man dann die Goaßl nicht mehr so kontrolliert wie gewollt führen kann. So entschied man sich beim Veranstalter, dem Trachtenverein Edelweiß Hammerau-Ainring, angesichts der unterschiedlichen windigen Bedingungen auf der Schnalzerwiese in Hammerau pro Passe nur zwei Durchgänge und einen nicht gewerteten Pasch schnalzen zu lassen. Dennoch hatte man Glück mit dem Wetter, denn einige Stunden vor dem Bewerb regnete es noch, doch pünktlich zum Auftritt der Schnalzer lugte die Sonne aus dem Wolkenvorhang hervor.

Allen Grund zum Feiern hatten heuer die Ainringer, denn deren Schnalzer der Passe IV holten sich vor rund 300 Zuschauern souverän den Titel zurück, den sie im Vorjahr an Feldkirchen I verloren hatten. Auch bei der Jugend ließen die Ainringer nichts anbrennen: Wie schon 2006 siegte auch heuer wieder Ainring I mit dem nötigen Vorsprung um sich die Wandergoaßl erneut zu sichern. Auffallend, dass sich bei den Jugendlichen immer mehr ein Zweikampf zwischen den Schnalzerorten Ainring und Feldkirchen entwickelt. Auch bei den Allgemeinen Passen ist es im Prinzip nicht anders, lediglich Perach III konnte wiederum in die Phalanx hineinstoßen und behauptete als Vierter seine Vorjahresposition. Nun, speziell bei den erfolgsgewohnten Passen ist man überzeugt bestens gerüstet für das Rupertigaupreis-Schnalzen zu sein.

Dem Schnalzen voraus ging die Begrüßung durch den Vorsitzenden des Trachtenvereins Edelweiß Hammerau-Ainring, Peter Edfelder, der unter anderem Heinrich Waldhutter, Vorsitzender der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel, willkommen hieß. Schirmherr und Bürgermeister Hans Eschlberger schickte in seinem Willkommensgruß an die 13 Jugend- und 14 Allgemeinen Passen voraus den Dank an den ausrichtenden Trachtenverein und alle jene, die bei den Vorbereitungen mitgeholfen hatten. Bei Alt und Jung sei der Schnalzerbrauch beliebt und stolz verkündete der Bürgermeister „mit 27 Passen ist und bleibt die Gemeinde Ainring die Schnalzerhochburg im Rupertiwinkel". Traditionsbewusste Dorfgemeinschaften würden überliefertes Kulturgut und die Freude und Begeisterung an jüngere Generationen weitergeben. „Über die Zukunft des Schnalzerbrauchs in unserer Gemeinde muss man sich also keine Sorgen machen", betonte der Bürgermeister, der dann den Wettbewerb 2007 für eröffnet erklärte.

Auf der Wiese südlich vom Sportheim des FC Hammerau traten auf markierten Punkte vierjährige „Zwergerl" ebenso an, wie über 70jährige Teilnehmer. Uns immer mehr weibliche Bekennerinnen des Aperschnalzens im Jugendbereich geben den Ton an und schwingen engagiert und kraftvoll die Goaßl. Der Gastgeber stellte zwar keine Allgemeine Passe, dafür aber eine Kinder- und Jugendpasse. Die Passen – zunächst die Jugendlichen – traten in ausgeloster Reihenfolge an mit dem Kommando der Aufdraher: „Heit`s g`schickt, oane, zwoa, drei und dahigeht`s".

Das Schiedsgericht unter Vorsitz von Preisrichterobmann Peter Edfelder senior wertete im FC-Sportheim unter herabgelassenen Rollos nach Gehör, ohne natürlich die Reihenfolge der Passen zu kennen. Das Gremium setzte sich zusammen aus Hans Ortner, Hans Auer (beide Hammerau), Hubert Kriegs (Feldkirchen), Stefan Prantler (Perach), Hans Althammer (Thundorf), Ludwig Wetzelsberger (Ulrichshögl), Andreas Dusch (Ainring).

Schnalzer und einige Zuschauer begaben sich dann in das Gasthaus Gumping in Feldkirchen, wo die Feldkirchner Schnalzermusi mit ihren Blasinstrumenten auf die Siegerehrung schwungvoll einstimmte. Peter Edfelder sprach Dankesworte an alle, die zum Gelingen des Gemeindeschnalzens beigetragen hatten und auch Bürgermeister Hans Eschlberger sowie Heinrich Waldhutter schlossen sich mit lobenden Worten an vor allem auch an die rund 240 Schnalzer, ohne deren Mitwirken ein solch mannschaftlicher Wettstreit im Zeichen des Brauchtums gar nicht möglich wäre. Die Siegerehrung gestaltete sich wieder insofern spannend, denn es wurden die Platzierungen von hinter her und erst ganz zum Schluss die Gemeindesieger 2007 bei den Jugend- und Allgemein-Passen bekannt gegeben. Die einzelnen Passführer holten den Preis, jeweils einen Laib Brot und einen Ranken Speck ab. Die Siegerpassen erhielten zudem die Wandergoaßl.

 

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Siegerliste

37. Gemeindepreisschnalzen

am 21.01.2007 in Hammerau

 

 

 

 

Jugend Passen

 

 

 

 

 

 

 

 

Punkte

 

1.

Ainring I

161,0

2.

Feldkirchen I

155,0

3.

Ainring II

134,0

4.

Feldkirchen II

122,0

5.

Perach I

90,0

6.

Feldkirchen III

73,0

7.

Hammerau I

58,0

8.

Perach II

50,5

9.

Ulrichshögl

47,5

10.

Ainring III

46,0

11.

Feldkirchen IV

44,0

12.

Hammerau II

33,0

13.

Ainring IV

30,0

Allgemeine Passen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.

Ainring IV

189,0

2.

Feldkirchen I

181,5

3.

Ainring II

179,0

4.

Perach III

174,5

5.

Ainring III

170,0

6.

Ainring I

169,0

7.

Feldkirchen III

165,0

8.

Feldkirchen IV

163,5

9.

Perach II

157,0

10.

Perach I

120,0

11.

Feldkirchen II

115,5

12.

Bicheln

105,0

13.

Thundorf

90,0

14.

Ulrichshögl

87,5

Der G.T.E.V. "Edelweiß" Hammerau-Ainring bedankt sich bei allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.