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Nachlese

GTEV “Edelweiß” Hammerau-Ainring, Ainring, Berchtesgadener Land, Bayern

Nachlese

„Es war ein wunderbares und treffendes Gedicht, siehe rechts, über unsere unvergleichlich schöne Heimat, von den alten Bräuch, vom Glaub`n zum Herrgott und der Tracht“, hörte man allenthalben das Lob von den Festgottesdienstbesuchern am Sonntag beim Feldgottesdienst anlässlich des Trachtenfestes in Ainring. Dieses Lob und der spontane Applaus galt Pfarrer Werner Bien, der seine selbst verfassten Reime in bayerischer Mundart in den Mittelpunkt der Predigt stellte, ist zweifellos fördernd für die katholische Kirche insgesamt und den jungen Pfarrherrn selbst, der in der Beliebtheitsskala mit seinem Vorgänger und Ruhestandspfarrer Anton Parzinger zwischenzeitlich längst gleichgezogen ist. Den Beifall teilte sich der Pfarrer übrigens gerne mit dem Trachtenverein „Edelweiß“ Hammerau-Ainring, dem er für die liebevolle, auf viele heimattreue Details achtende Errichtung der geschmückten und überdachten Feldalterstätte  ein herzliches „Vergelt`s Gott“ aussprach.

 

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90 Jahre GTEV Edelweiß

Heimat

90 Jahre Edelweiß,
drum sand heut so vui Leut kemma:
Ja, da lohnt sich schon die Reis,
an der Freud Anteil zu nehma.

Und so dank’mer jetzt dem Herrn
für so viele Jahre Segen.
Trachtler mein ich, hat er gern,
ihm ist wohl an euch gelegen.

Als er schuf sein Bayernland
hat er sich was einfalln lassen;
dazu ihr im Trachtengwand
tut’s da so schön einipassen.

Dass ihr tuts die alten Bräuch
und as G’spür für d’Heimat pflegen
is a guade Sach vo euch:
Ganz gewiss liegt darauf Segen!

Denn die Globalisation
reisst uns ganz schön umanander,
und manch einer hat da schon
weg müssen in ferne Lander.

Man reist um die ganze Welt
und kann nirgends Heimat finden,
weil’s halt an den Wurzeln fehlt:
Da kann man sich noch so schinden!

Heute merkt man immer mehr,
was die Trachtler lang scho wissen:
G’spür für d’Heimat, des muaß her,
weil wir Wurzeln haben müssen.

Selbst der Jesus auf der Roas
is amol in d’Heimat kemma.
De haben denkt: Was der ois woaß,
konnt’n des gar ned guad nehma.

Z’erst wars no a kloana Bua,
und jetzt dad er uns belehren?
Naa, da warn de Leute stur,
wolltn gar ned auf eam hören.

Ja, so warn’s damals, de Leut.
I glaub, ihr seid’s da scho besser,
denn ihr wisst’s ja: Mit der Zeit
werd a kloanes Kind halt gresser.

Man muss an die Kinder glaubn
und allweil zu eana halten:
Sie brauchen den rechten Raum,
ihre Kräfte zu entfalten.

Auch de Großen dad’s oft guad,
wenn ma’s ned in Schubladn stecken:
Vielleicht finden’s dann den Mut,
noch was Neues zu entdecken.

Mancher Streit ist bald vorbei,
Wenn wir ned sagn: „Der is z’wieder!“
Vielleicht ist morgn alles neu.
Sag’ma halt: „Des werd scho wieder!“

Des is Heimat, liabe Leut,
wo wir tiefe Wurzeln schlagen:
Zutraun und Geborgenheit
lassen uns dann vieles wagen.

Solche Heimat will uns scho
unser Herrgott droben geben,
dass wir zuversichtlich, froh
gern auf seiner Erde leben.

Wir sehn ja: Er tat uns gern
so a schöne Welt gestalten,
dass wir im Vertraun auf ean
uns kräftig und frei entfalten.

Heimat, die hat keinen Preis,
die müss’mer, wia’s geht, erhalten.
Liebe Trachtler Edelweiß,
ihr tut’s da fest mitgestalten.

Und so mög Gott seine Hand
allzeit gütig auf euch legen
damit dieses schöne Land
für euch Heimat sei und Segen.